Arbeiten Studierende

Auswahl von Projekten, die im Sommersemester 2011 im Rahmen von Projektseminaren von Torsten Meyer und Johannes M. Hedinger am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln entstanden sind: _____________________________________________________________________________________
Orte des Glücks (Johanna Martini)

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Ein Ort des Glücks. Was könnte das sein? Wo, an welchen Orten, sind Menschen glücklich und was bedeutet überhaupt Glück? Diesen Fragen auf den Grund zu gehen hat sich dieses Projekt zur Aufgabe gemacht. In Form einer Art Fallstudie beantworten stellvertretend drei junge Studentinnen diese Fragen in einem Interview.
Auf der Suche nach Orten des Glücks wurden die Interviews direkt an denselben, von den drei jungen Frauen eigens gewählten Orten, geführt und filmisch festgehalten, um direkt auch einen visuellen und atmosphärischen Eindruck des Ortes zu bekommen. Die drei Videos (v.l.n.r. Nuria 3:08 min, Janina 2:55 min, Lena 2:29 min) liefen parallel nebeneinander, sodass der Betrachter die Bilder auf einen Blick betrachten konnte. Über drei Kopfhörer war es ihm nun möglich nach Belieben den Ton der jeweiligen Videos zu hören.
Der Betrachter soll einen Eindruck darüber bekommen wie Glück definiert und empfunden werden kann und außerdem dazu angeregt werden, sich selber diese Fragen zu beantworten. Die drei jungen Frauen sprechen über Glück im Alltag, flüchtig oder allgegenwärtig, und über das Glück in der Gemeinschaft mit Anderen. Für sie hängt das Gefühl sehr eng zusammen mit dem Gefühl der Geborgenheit, mit Freude und Wohlbefinden.
Wir werden ganz nah herangeführt an diese Orte, die damit verbundenen Emotionen und erhalten einen Einblick in ihre ganz persönliche Gefühlswelt. Ganzheitlich und unmittelbar, natürlich und direkt. Wie im postironischen Manifest wollen wir „die Wiederkehr des Realen, des Einfachen und den Zauber des Alltags“ feiern und Mut haben zum Pathos, zu großen Gefühlen und freier Emotionalität. Vielleicht können wir auch im Alltag auf der Suche nach Glück sein, frei von Sarkasmus und Zynismus.
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Aus der Box in die Welt (Alex Kluetsch)

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Ziel des Projektes ist es, die Stadt auf aktive Weise zu verändern. Dazu wurden StudentInnen angeregt, mit Gegenständen aus einer vorher zusammengestellten Box, Aktionen in der Stadt durchzuführen und die Ergebnisse zu dokumentieren. In der Box befanden sich etwa Straßenkreide, Luftschlangen, Blumensamen, eine Gießkanne oder Filzstifte. Auf welche Art die StudentInnen die Gegenstände benutzen war ihnen selbst überlassen. Auch bei der Wahl der Utensilien hatten sie freie Hand. Als Dokumentationsform bot sich die Photographie an, aber auch hier wurde den StudentInnen die freie Wahl gelassen.

Die Aktionen waren dementsprechend vielseitig: Mal mit einem direkten, permanenten Ergebnis, wie der Verschönerung eines Blumenkastens mit wasserfesten Glitzerstiften. Mal mit einem Ergebnis, dass die Phantasie anregt und eine Veränderung im Kopf beginnen lässt. Etwa der aussichtslose Versuch, Blumen im Auspuff eines Autos zu säen.

Das Ausstellungskonzept beinhaltete zwei Aspekte. Zum einen die reine Präsentation der bis zum Zeitpunkt der Ausstellung durchgeführten Aktionen. Zum anderen wurden die Ausstellungsbesucher wiederum dazu aufgefordert, aktiv zu werden. Die Box mit den Gegenständen zur Stadtverschönerung war frei zugänglich und lud dazu ein, ihr einen Gegenstand zu entnehmen. Dazu gab es eine Gebrauchsanweisung, die überwiegend das Postironische Manifest zitiert. Sie ist auf Englisch geschrieben und von Übersetzungstools aus dem Internet in verschiedene Sprachen übersetzt. Die teilweise sehr fehlerhaften Übersetzungen, die dabei entstanden sind, sollen illustrieren, dass man sich nicht genau an die Anweisung halten muss. Vielmehr sollte man sich an Punkt 4. der deutschen Übersetzung halten: „Fühlen Sie sich zum imaginate frei und verursachen sie!“

User Manual (GB)

1. Take something out of the box and begin to doubt the process of doubting. 2. Everyday life provides a proving ground for the human spirit. 3. Everything is filled with beauty and magic. Go out and find it 4. Feel free to imaginate and create. 5. Take a picture and send it to emailadress.

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Wall-Dance With Me (Eike Paulsen, Jin-A Eisenlohr, Stephanie Henk)

„Nicht andere an die Wand tanzen, sondern mit anderen an der Wand tanzen“ lautet das Motto dieser Arbeit, die andere Menschen animieren soll ein Teil der von uns gegründeten Half-Beatz-Bewegung zu werden. Bei den Half Beatz handelt es sich um Musikstücke, bei denen eine Pause am Ende jedes Taktes zu einer besonderen Bewegung auffordert. Wall Dancing vereint die Tanzrichtungen und Künste von Le parcour, Breakdance, JumpStyle, HipHop und Capoeira und bringt sie an die Wand. Es gibt keine Grenzen nur Wände!

Die Grundidee war, eine gemeinschaftliche Tanzweise zu finden, die sich besonders gut an einer Wand oder an Bäumen tanzen lässt, die aber trotzdem viel Freiraum für Kreativität und eigene Ideen lässt. Die Tanzschritte werden gemeinsam entwickelt, wobei man so seine urbane Umgebung tanzend erkunden, erforschen und neu entdecken kann.

Die Welt im Zeichen der Postironie wird sich verändern und wir werden ein Teil von ihr sein!

(Half Beatz produziert von Trillingo feat. Airie – P.I.A.)

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meetree (Janis Engel, Julia Weißenfels)

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In ganz Deutschland werden in Städten an zentralen Standorten ausgewählte Bäume mit einem meetree-Symbol und einem QR-Code gekennzeichnet, sowie mit einem Smartphone auf Facebook markiert. Das meetree-Dreiecksymbol und der QR-Code werden dabei auf eine Naturkordel aufgereiht und um den ausgewählten Baum gebunden. Bäume in Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Jena und Köln wurden bereits als meetrees markiert und weitere werden folgen!

Der Name meetree ist eine Komposition der beiden englischen Wörter meet=treffen und tree=Baum und verkörpert den Grundgedanken unseres Konzeptes, dass ein Baum zum zentralen Treffpunkt der Menschen in der realen Welt und in der digitalen, virtuellen Cyberwelt wird.

Wird ein ausgewählter Baum auf Facebook als meetree markiert, wird das meetree-Hauptprofil von den Administratoren aktualisiert, indem der neue meetree auf der Pinnwand gepostet, ein Fotoalbum des neuen meetrees angelegt und ein Link zum neuen meetree unter dem Fotoalbum und in den Info´s erstellt wird. Außerdem ist die meetree-Hauptseite Kommunikations- und Informationsplattform für alle Mitglieder. Der Pinnwand-Blog der meetree-Hauptseite wird regelmäßig mit interessanten Links, Fotos, Videos, Filmen und Beiträgen mit Themen und Informationen rund um die Baumwelt aktualisiert. Auf dem Pinnwand-Blog werden auch die Veranstaltungen und Treffen an den meetrees angekündigt und organisiert. Die meetree-Mitglieder haben dabei die Möglichkeit den Blog interaktiv mit zu gestalten, indem sie Beiträge und Fotos kommentieren, eigene Beiträge posten, Fragen stellen oder miteinander diskutieren. Zudem können die Mitglieder auch selbst meetrees markieren.

Die meetrees sollen nicht nur online Beachtung finden, sondern Treffpunkt für den Informationsaustausch, gemeinsame Unternehmungen und viele Aktivitäten direkt am Baum in der Stadtnatur sein. So können fremde Städte erkundet, gemeinsam gefeiert, Kontakte geknüpft und die direkte persönliche Begegnung und Kommunikation gefördert werden.

Unsere reale Welt und die digitale Cyberwelt werden beim meetree-Projekt nicht als Gegenpole betrachtet und der Aspekt der Medialisierung und Digitalisierung unserer Lebenswelt wird nicht außer Acht gelassen. Denn unsere reale Welt und die digitale, virtuelle Welt im World Wide Web verschmelzen immer mehr miteinander, sind mittlerweile unzertrennbar und ermöglichen einen vielseitigen Zugang zur Welt. Der meetree breitet deshalb seine Wurzeln in beiden Welten gleichermaßen aus und wird in beiden Welten zum Treffpunkt.

Facebookseite von meetree

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Winner Video Art Competition 2011

Die Jury des Seminars “Digitale Werkerstellung II: Video & Web” im Sommersemester 2011 hat nun entschieden und das Video von Darja Shatalova “new trail” zur besten Arbeit gewählt. Gesucht waren freie Arbeiten, angeregt durch das postironische Manifest von Com&Com.

Lange Zeit war die Video-Arbeit ein großes Geheimnis – Auf die Frage nach der Konzeption, antwortete die Autorin lediglich mit einer Gegenfrage: “Kennen Sie Godard?”

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